Internet im Wohnmobil

17. Juli 2009

Ich werde oft gefragt, wie wir das mit dem Internet im Wohnmobil mache, deswegen hier mal eine Beschreibung unserer Lösung.

Nachdem wir uns bei http://dsl-portal.net/ nach einem passenden Anbieter umgesehen und dort eine gute Übersicht vorgefunden haben, haben wir uns letztlich dann doch für eine reinen Internetzugang über Mobilfunk entschieden, da dieses viel besser in unser Reise- und Online-Verhalten passte.

Als Anbieter nutzen wir Vodafone und haben hier einen Tarif, mit dem man im Monat 5GB übertragen kann. Danach wird man auf GPRS heruntergestuft, was uns bisher aber noch nicht passiert ist, obwohl wir teilweise auch bis zu 8GB übertragen haben. 5GB reichen für den Hausgebrauch völlig aus, nur andauernd Videos schauen sollte man sich verkneifen, dann ist man schnell und deutlich über diesem Limit.

Als ersten Versuch hatte ich als lebenslanger ePlus Kunde mit der damals neu eingeführten Base UMTS Flatrate, das war aber mal so garnichts, die Verbindungen sind ständig abgerissen und die Geschwindigkeit ließ mangels HSDPA Technik stark zu wünschen übrig.

Mit Vodafone ist das anders, hier gibt es selbst im ländlichen Bereich noch guten UMTS Empfang, und Geschwindigkeiten bis zu 3MBit. Vodafone verspricht zwar bis zu 7,2MBit, aber die habe ich bisher nach speedtest.net noch nie gehabt.

Zur Technik:

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Ich verwende keinen USB Stick sondern eine XPress Card, quasi eine schlanke Variante einer PCMCIA-Karte. Diese unterstützt bis 7,2MBit und passt mit Adapter auch in ältere Laptops, die über einen entsprechenden Slot verfügen. Mein Laptop hat sogar einen XPress Slot, und somit kann ich die Karte direkt betreiben.

Diese Möglichkeit nutze ich aber äußerst selten. Normalerweise habe ich hier einen UMTS-Router im Einsatz, der wie jeder DSL-Router ein WLAN bereitstellt. Dazu gibt es bisher eigentlich nur ein renommiertes Gerät von Linksys, welches die XPress-Card mittels Adapter aufnimmt.

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Dieser steht dann bei uns zu Hause auf der Fensterbank oder hängt, wie hier zu sehen, im Wohnmobil an der Wand.

Der Router hat sogar einen 12V Eingang, der von einem 230V Netzteil gespeist wird. Bisher habe ich mich aber noch nicht getraut, den Router direkt ans Bordnetz anzuklemmen. Hier bin ich noch auf der Suche nach einem Konverter, der mir aus 11-14V saubere 12V macht.

Zur Verbesserung des Empfangs habe ich mir noch bei WIMO eine externe UMTS-Antenne bestellt, die man direkt mit dem Anschluss der XPress-Card verbinden kann.

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Mittels Magnetfuss steht die einfach auf dem Dach, bzw. hier bei unserem Wohnmobil auf der eingeklappten SAT-Schüssel. Der Empfang ist deutlich besser, in Regionen wo wir sonst nur spärlichen GPRS-Empfang hatten, ist hiermit teilweise auch UTMS drin.

Soweit unsere Lösung. Das ganze ist von der Stabilität nicht mit DSL zu vergleichen, wenn man sich damit aber abgefunden hat, ist es eine echte Alternative. Und weil wir sowohl bei den Handies als auch bei dem UMTS-Tarif keine Begrenzung haben, fällt ein teurer Festnetzanschluss für uns völlig weg. Somit beschränken sich die Kosten auf 35 Eur für die UMTS Flatrate und zwei mal 25 EUR für die BASE Flatrate.

5 Antworten zu “Internet im Wohnmobil”

  1. Björn sagt:

    So ähnlich mache ich das auch. Nur ist meine PCMCIA-Karte deutlich schlanker als Deine schlanke PC-Express 😉
    Meine guckt nur etwa 1cm aus dem Rechner, ist auf voller Länge so dick wie eine PCMCIA-Karte eben ist und hat eine sehr filigrane Butterfly-Antenne. HSDPA/HSUPA mit etwa 5MBit/s geht in Berlin perfekt, außerhalb weniger gut, aber UMTS ist immer drin. Das ganze läuft über das D1-Netz der Telekom, Anbieter ist die Firma Victorvox, die unter den Namen moobiair und moobicent entsprechende Lösungen über D1 bzw. D2 anbietet. Ersteres 39 Euro, zweites 35 pro Monat, jeweils als eigenständige Verträge ohne Telefonpflicht bzw. Anhang an einen bestehenden Telefonvertrag. Jeweils 18 Monate Laufzeit.
    Unterwegs (zu Fuß oder beim Geocachen) habe ich bei Bedarf mein PDA mit Windows Mobile und HSDPA dabei, wo dann die SIM-Karte reinkommt. So kann ich dann entweder über dessen Touchscreen (480×800 Punkte, genau in dieser Reihenfolge) oder mit ihm als Modem mit dem ASUS EEE-PC ins Internet, der sonst keine andere Möglichkeit böte.
    In England schaue ich ich auch mal nach einem UMTS-Router um.

  2. Michaela sagt:

    Erst mal Hallo! Lese schon länger mit.

    Funktioniert diese Lösung auch im Europäischen Ausland? Wie sind die Beeinträchtigungen unter Bäumen?
    Bin auch auf der Suche nach einem Internetzugang. Mir war aber die Alden@ mit Vertrag nur zum Reisen zu teuer.
    Dieses Jahr hab wir uns entweder einen Stellplatz mit Hotspot oder ein Internetcafé gesucht – beides in Frankreich nicht so üppig.

    LG

  3. Martin sagt:

    Hallo Michaela,
    im Ausland ist jeder deutsche Anbieter teuer. Über Vodafone kann man WebSessions buchen, das würde ich aber nur für den Notfall nutzen.
    Hier bleibt wirklich nur das Internetcafe oder eben ein offenes WLAN.

    Den Linksys Router kann man übrigens über einen speziellen Uplink-Port an ein bestehendes Netzwerk anschliessen, wie einen Rechner. Das „merkt“ er dann, routet um und stellt Dir das WLAN aus dem Netzwerkanschluss zur Verfügung.
    Das macht zB Sinn wenn Du bei Freunden bist und die kein WLAN haben.

  4. Lennart sagt:

    Im Ausland kann man für Internet-USB-Sticks (die Lösung die ich verwende) PrePaid-SIM-Karten bekommen. Funktioniert dann auch entsprechend. Dabei muss man natürlich darauf achten, dass der Stick den man hat weder SIM- noch Net-Lock hat. Aber das ist eigentlich nicht so schwierig.
    Wenn ich dann übrigens doch mal ein Netzwerk zur Verfügung stellen möchte, richte ich via AirPort einen WLAN-Access für bestimmte Leute ein.

  5. Nadine sagt:

    Vodafone UMTS habe ich selbst jahrelang benutzt. Schon vor der UMTS Zeit habe ich über Vodafone schon mit mobilem Internet gearbeitet und das hat immer gut geklappt – im Rahmen der Möglichkeiten. Renomierte Nightliner-Anbieter nutzen auch Vodafone UMTS mit WLAN Routern, um ihren Kunden Internet im Bus zur Verfügung zu stellen. Alternativ geht sicher auch T-Mobile. Eplus und O2 sind aber sicher noch ein Stück zurück, aber auch günstiger.