Vannes (2) – Loire

12. September 2009

21. Tag, 174.780 – 175.007 km

Gestern Abend waren wir in einer Crêperie in Vannes, die unser Reiseführer als „Insider-Tipp“ empfohlen hatte, und wir sind uns einig dass wir noch nie so gute Crêpes gegessen haben.
Also absolute Empfehlung, die Adresse lautet:
Dan Ewen, 3, Place du Général de Gaulle, Vannes.

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Das Restaurant sieht innen genauso aus wie von außen: urig, niedlich und ein bisschen eng.

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Wir saßen direkt am Fenster und hatten einen schönen Blick über den Raum. Im Hintergrund sieht man die Küche. Da waren 3 Mädels unter Volldampf am werkeln.

Die Speisekarte war der Hammer und hat mit den 8 typischen Sorten Crêpes auf den Weihnachtsmärkten so rein garnichts gemein. In der Bretagne gibt es eine spezielle Art Crêpes, die hier sehr typisch zu sein scheinen: Galettes. Die sind aus Buchweizenmehl und dementsprechend eine Art Vollkornvariante.

Es gab also erstmal ca. 25 Rezepte mit herzhaften Kombinationen aller Art (zB: Ziegenkäse + Karamell aus Salzbutter oder Schinken, Pilze, Raclettekäse, Salat). Dann ging es mit genauso vielen süßen Varianten weiter (zB: Mangoeis + Blaubeer/Erdbeerkonfitüre oder Mandeln und Äpfel in Karamell, flambiert mit Grand Manier). Zu diesen ganzen Köstlichkeiten gibt es natürlich Cidre in allen Varianten (doux – süß, demi-sec – halbtrocken und brut – trocken). Wir haben uns dann auch direkt mal ein Fläschchen genehmigt.

Während des Abends haben wir auch in groben Zügen mitbekommen, wie der Franzose an sich essen geht, und zwar nicht vor 20 Uhr, denn ab da wurde es ziemlich schnell ziemlich voll. Zunächst einmal ist es nicht üblich, sich einfach an einen freien Tisch zu setzen, sondern zu warten, bis man von einem Kellner einen zugewiesen bekommt. Dafür steht eigens eine kleine Theke im Eingangsbereich. Dann ist es üblich, dass jede Person im Laufe des Abends zwischen 2 und 4 Crêpes verspeist. Deshalb werden auch in fast jedem Restaurant Menüs angeboten. Wir haben es dann mal bei zweien belassen. Mit der Flasche Cidre waren wir dann auch gut gesättigt. Nach dem Verdauuungsrückweg sind wir pappsatt und glücklich in’s Bett gefallen und waren gespannt auf Vannes bei Tageslicht.

In einem Reiseführer war eine vorgeschlagene Route durch die Altstadt abgedruckt, an die wir uns dann auch einfach mal grob gehalten haben. Als erstes sind wir an der alten Stadtmauer vorbeigekommen, dessen üppige Grünflächen super gepflegt waren und ein bisschen an englische Gärten erinnern.

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Der Fluss wurde in der ganzen Stadt komplett kanalisert. Wirkt ein bisschen wie ein Burggraben.

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In den Gartenanlagen war gerade eine Fotoausstellung „La mer en images“ (Das Meer in Bildern).

Die Fotos waren zum Teil auf großen Fischfang-Schiffen aufgenommen, um die Arbeit der Menschen zu zeigen. Wir waren echt ziemlich beeindruckt. Zwischendurch hatte sich „National Geographic“ beteiligt und die ziemlich „gephotoshopten“ Bilder wirkten extrem unwirklich und kitschig gegen die Bilder aus der Realität. Das Durchlaufen war kostenlos.

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Das Schloss mit den feinen Blumen-„Rabättchen“ davor.

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Wir in Vannes. Na, wer findet uns? 🙂

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Das Ende des Yachthafens mit süßen Cafés im Hintergrund. Hier beginnt die Touri-Schlacht.

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Es ist nämlich Samstags-Markt. Spätestens hier waren wir froh, Happy im Auto gelassen zu haben.

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Eine Markthalle. Hier setzt sich aus vielen Mini-Ständen eine Art Supermarkt zusammen.

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Total süße Fachwerkhäuser. Vannes hatte das Glück, den Krieg fast ohne Schäden zu überstehen, und so setzt sich das Stadtbild aus Häuserfronten verschiedenster Epochen zusammen.

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Hier soll der „Speiseeis-Weltmeister“ Alain Chartier seinen Laden haben. Irgendwie ist es aber keine Eisdiele. Wir zogen verwirrt und ohne Eis weiter.

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Das Innere der Kathedrale.

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Noch eine niedliche Gasse.

Nach ca. 2 Stunden Rundgang sind wir wieder am Auto. Ales in allem hat uns die Stadt echt sehr gut gefallen. Wir beschlossen, in der Mittagspause zu fahren, da wir mittlerweile festgestellt haben, dass das öffentliche Leben inklusive Straßenverkehr zwischen 12 und 14 Uhr fast vollständig zum Erliegen kommt und man dann gut Kilometer machen kann.

Unsere weitere Route führte uns heute über eine längere Etappe an die Loire. Nach einem Einkaufsstop haben wir kurz nach Angers dann endlich auch Richtung Loire-Ufer geschwenkt und sind dort noch ein paar Kilometer gefahren, um einen Schlafplatz zu finden.

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Nach kurzer Zeit haben wir rechts diese Pferdewiese zwischen der Bundesstrasse und der Loire gefunden und uns hier zur Nacht hingestellt. Man muss allerdings bis in den nächsten Ort fahren um dort zu drehen, da die Einfahrt einen zu spitzen Winkel hat.

Route in Google Maps

2 Antworten zu “Vannes (2) – Loire”

  1. Alexander Leidinger sagt:

    Lass mal richtige Franzosen nicht erfahren, dass Du Galettes mit Crêpes gleich setzt. Das sind zwei verschiedene Dinge.

    Falls Ihr mal bei uns vorbei schaut, duerft Ihr Euch Crêpes zum Essen wuenschen (und erwaehn meiner Frau gegenueber nicht, dass Du die mal mit Galettes verglichen hast 😉 ). Sag vorher bescheid was Eure Lieblings-Geschmackrichtungen sind (egal ob suess oder herzhaft), und lasst Euch dann mal ueberraschen.

  2. Tomsbikecorner sagt:

    Die Bilder erinnern mich an meine ABI Abschlussfahrt. Da sind wir mit dem Boot die Dordogne entlang gefahren und abends haben wir immer einen Abstecher in die Dörfer gemacht. Malerische Gassen und Häuser sieht man da nicht nur einmal. Leider kann ich mich mit der Art der allermeisten Franzosen überhaupt nicht anfreunden. Die wirken so ziemlich alle arrogannt.